~BEK ZEITREFERENZ UND TEMPUS 
Dieter Wunde rlich 
! Berlin 4i - Steglitz 
Brentanostrasse 67 
Abstract : On time reference and tense. 
The problems of time reference and tense in natural langua- 
ges are discussed in their syntactic and ee::antic aspects. The 
syntactic description is based on the principles of the genera- 
tive transformational grammar. Since tense is a deictic category, 
the semantics language must be a pragmatically extended system. 
Furthermore, it seems that the use of tense and time adverbials 
in languages of highly civilized cultures can be adequately de- 
scribed in terms of an extensional language. (In all these cul- 
tures, conflicts concerning time reference are solved by con- 
sulting an extensional clock and calendar system.) 
The semantic description is based on work done by the logicians 
Mcntague and Kamp from UCLA. 
In addition to the theoretical treatment of problems of time 
reference, the possible applications of the proposed system will 
be sketched. 
~h~ syntactic s_ystem. 
Tense is considered not as a constituent of a base-phrase-marker, 
but as a syntactic feature as condition for inflexional rules. 
These features are attached to sentence constituents.-They are 
to be understood as binary relations \[e rel s~ between reference 
indices which can receive a definite semantic interpretation; 
with rel = ~before(vor), after(nach) overlapping(Sbl)} ; one 
index is called the index of event time e, the other the index of 
utterance time s. 
Unlike the tense, time adverbials are introduced as constituents 
of a base-phrase-marker. They are subcategorized into features 
similar to the tense features. It is discriminated between ad- 
verbi~ls which are related to context ( Advb -~ Ce rel e\] ) and 
K those which are related to the time of utterance (Advb ~ \[e rel sJ) 
B Since the latter imply corresponding tenses they are treated as 
alternatives to the tenses. For the rules cf. p. 5/b. 
The semantic_s\[s~em. 
The semantic system is a system of predicate logic with the fol- 
lowing descriptive extension : 
- a set of variables over time intervals t, a primitive ordering 
relation "before" , together with some axioms defining the pro- 
perties of "before". Each variable might be understood as a 
possible argument of sentences in the ordinary predicate logic. 
- Several models for the time system are specified : the time 
intervals are represented as elements of the power set of the 
real numbers, or the time intervals are represented as real 
numbers with neighbourhcods (stating a topology over the set 
of real numbers). Sometimes an approximation of the minimal 
time intervals to time points is used, too. In this case time 
intervals simply are represented as intervals of time points. 
The translation from syntactic to semantic system is obtained 
by means of the reference indexes. 
- Replace each symbol e or s by an element of the set of variables 
over time intervals. 
- Replace each syntactic feature of the form \[e rel~s~ or re rel e\] 
by a set of pairs ~¢e' ts>~ resp. ~<Te, te>~, in which the 
first element is a variable over a set of possible event times 
and the second element a variable t resp. t ranging over a s e 
given set of utterance times resp. event times. The symbol 'rel" 
in the feature causes some specified conditions which hold be- 
tween T and t resp. T and t . e s e e 
The time structure of texts. 
Some preliminary considerations about possible basic time struc- 
tures of texts are given. The following notion for the time struc- 
ture TS of a text containing m sentences is proposed. 
= <UTV, EOR, Id, R> ,with UTV = i~ediate text prede- TS m 
cessor, E0R - events ordering relation, Id = Identity, R = mat- 
ching from the totally ordered set of sentences into the ordered 
set of events. 
I. Ziel der Untereuchung. 
Mit den folgenden Ausf~hrungen eoll in ereter Linie ein 
Beitragl~ur Grammatiktheorie nat~rlicher ~prachen geleistet 
werden /. Erst in zweiter Linie und vorl~ufig noch sehr frag- 
mentarisch werden Uberlegungen angestellt, wie auf der Grund- 
lage der dargestellten Theorie Algorithmen entwickelt werden 
k~nnen zur Analyse yon Texten und zur Rekonstruktion der in 
ihnen beschriebenen Ereigniszusa~nenh~nge. 
Es wird versucht, ein formales System zur Repr~sentation 
yon zeitreferentiellen Beziehungen zu entwickeln. Diese werden 
sowohl unter syntaktischem wie auch unter semantischem 
Gesichtspunkt untersucht. Zeitbezug ist in den nat~rlichen 
Sprachen durch eine Anzahl verschiedenartiger Ausdr~cke mSg- 
lich, dutch Zeitadverbien, Zeitkonjunktionen und pr~positiona- 
le Zeitbestimmungen (sie werden zusammengefaBt unter dem Namen 
Zeitadverbial), ebenfalls durch verbals und nominale Ausdr~cke 
(die hier unber~cksichtigt bleiben, eoweit nicht die ncminalen 
Ausdr~cke als Reduktionsformen aus S~tzen aufzufassen sind). 
Au~erdem ist impliziter Zeitbezug z.B. durch Kausalbestimmun- 
gen mSglich. Ferner werden die Tempusmcrpheme zum Ausdruck yon 
Zeitbeziehungen verwendet (allerdings kSnnen sie auSerdem auch 
modale und aepektuelle Beziehungen ausdr~cken). Zeitadverbiale 
und Tempusmorpheme werden gemeinsam unter dem N~men Zeitaus- 
dr~cke angefiihrt. 
F~r die syntaktische Representation der Zeitausdr~cke wird 
ein System yon Regeln zugrundegelegt, das weitgehend den Postu- 
laten der generativ-transformationellen Grammatiktheorie ent- 
spricht. Bei der Formulierung dee semantischen Systems wird 
auf Vorschl~ge der kalifornischen Logiker Montague und Kemp 
zur~ickgegriffen 2). 
Es werden durchweg Verh~Itnisse der deutschen Sprache 
zugrundegelegt; doch ist das Verfahren ohne Schwierlgkeit auf 
verwandte Sprachen zu Gbsrtragen. Es kann sogar vermutet 
werden, da~ das Beschreibungssystem auf alle die sprachen an- 
gewendet werden kann, in denen sin expliziter Bezug auf exter- 
ne Zeitskalen (d.h. auf Uhren- und Kalendersysteme) mSglich 
ist, damit praktisch auf alle Zivilisationssprachen. Da in 
diesen Sprachen Konflikts- oder Zweifelssituationen hinsicht- 
lich einer Zeitreferenz gemeinhin dadurch entschieden werden, 
dab auf das konventionelle Uhren- und Kalendersystem verwie- 
sen wird (das yon extensionalem Charakter ist), scheint es 
gerechtfertigt zu sein, auch fGr das semantische Besohreibungs- 
system extensionale Modelle anzugeben. 
Anm. S) Die nachfolgenden Abschnitte 2 und 3 enthalten einen 
Auszug aus meiner Dissertation "Tempus und Zeitreferenz im 
Deutschen", TU Berlin 1969. 
2) Richard Montague, "Pragmatics and Intensional Logic". 
Southern California Logic Colloquium, 6. Januar 1967(Mimeogr. ). 
J.A.W.Kamp, "On tense logic".Logic Colloquium UCLA, 
20.Febr.1967 (mlmeogr.). 
2. Das s~ntaktische ~stem. 
In der syntaktischen Kompomente einer Sprachbeschreibung 
werden die kombinatorischen Eigenschaften und Relationen der 
AusdrGcke der Sprache beschrieben. Es handelt sich dabel erstens 
darum, den Segmentationszusammenhang und die Distributlonsel- 
genschaften der Satzkonstituenten auf mSglichst 6konomische 
Weise durch eine Anzahl generell formullerter Regeln herzulel- 
ten; dies geschieht, indem zun~chdt Basls-Phrase-Marker 
(~Tiefenstrukturen) mlttels geordneter kontextfreler Phrasen- 
strukturregeln, evtl. kontextsensitlver Subkategorislerungs- 
regeln und Lexikonregeln hergestellt werden, und anschlieBend 
die Tiefenstrukturen sukzessive durch eine Folge yon Transfor- 
mationsregeln in wohlgeformte abgeleitete Phrase-Marker (=Ober- 
fl~chenstrukturen) GbergefGhrt werden. Zweitens handelt es 
sich darum, den eingefGhrten Konstltuenten syntaktische Merk- 
male (oder Nerkmalskomplexe) zuzuordnen, die mehrere Funktionen 
(und oft einige zugleich) erfGllen kSnnen : 
- sie dienen als Kontextbedingung fGr die Anwendung yon Subka- 
tegorisierungsregeln, 
-sie gew~rleisten die richtige Auswahl aus dem Lexikon der 
Sprache, 
- ~ie dienen als Bedingung fiir die Anwendung yon Transforma- 
tioneregeln, 
- sis dlenen als Bedlngung fGr die Anwendung yon Flexlonsregeln 
(dabei sind Flexionsregeln als spezielle und in der Ablei- 
tungsgeschichte sines Satzes sehr sp~t anzuwendende 
Transformationsregeln zu verstehen), 
- sis dienen als Terme, die die Ubersetzung in das semanti- 
sche System der Spraohe vorbereiten, d.h. es gibt fur sie 
korrespondierende semantische Ausdr~oke. (Wenn man die 
Forderung aufstellt, dab die Ubersetzungsregeln einfache 
Substitutionsregeln sein sollen - mit relativ gering spezi- 
fiziertem Kontext - ist es sinnvoll, die syntaktischen Merk- 
male bereits auoh im Hinbliok auf die semantische Represen- 
tation zu formulieren°) 
Nach dem Gesagten ist es deutlich, da~ die Zeitadverbiale 
ale Eonstituenten aufgefaSt werden m~ssen, die dutch Phrasen- 
strukturregeln eingef~ihrt werden, w~hrend die Tempusmorpheme 
in Form yon syntaktischen Merkmalen zu repr~sentieren sind. 
~ine Komplizierung der Sachlage ergibt sich daraus, dab die 
Tempusmorpheme einen anderen Status besitzen als Numerus-, 
Genus- oder die meisten Personmorpheme: Erstens sind die letz- 
teren &us Eigenschaften yon Nominalphrasen NP abzulelten, 
w~hrend die Tempusmorpheme nut dem Verb zukommen; nimmt man 
aber an, daS jeder Satz der Tiefenstruktur nut gsnau ein Verb 
enth~it, kann man die Tempusmorpheme &us Eigensohaften des 
Satzes als Ganzes herleiten (etwa &us Helationen, die die im 
Satz ausgedr~ckten Sachverhalte betreffen). Zweitens sind die 
Numerus-, Genus- und Personmorpheme (abgesehen yon denen der 
1. und 2. Person) unabh~ngig yon mSglichen Sprech- oder AuBe- 
rungssituationen des Satzes, in dem sie vorkommen,zu inter- 
pretieren, hingegen sind die Tempusmorpheme in der Mehrzahl 
ihrer Verwendungen yon deiktischem Charakter, d.h. sie m~ssen 
in Abh~ngigkeit yon mSglichen Sprechsituationen interpretiert 
werden. Dieselbe delktische Eigenschaft wie die Tempusmorpheme 
besitzt auch eine Anzahl yon Zeltadverblalen, Z.Bo neulich, 
morgen, i~Iner Woche, bisher. Die Verwendung solcher Aus- 
dr~cke impliziert gewisse Tempusmorpheme, z.B. ist mit neulich 
nur Pr~teritum, Perfekt oder Plusquamperfekt kompatibel, mit 
nur Pr~sens oder Futur. S~tze wie 
ich fand morgen die LSsung des Pr@blems 
ich werde gestern blau machen 
sind dagegen abweichend. 
Die genannten Besonderheiten der Tempusmorpheme veran- 
lassen mich zu einer gegenGber der Gblichen Auffassung ab- 
weichenden Darstellung. 
(I) Ich betrachte Tempus nicht als eine Kateg0rie ~ der in der 
Tiefenstruktur ein Konstituentenstatus zukomm~ (meistens wird 
Tempus als Subkonstituente einer Konstituenten Aux entwickelt), 
sondern lediglich ale syntaktische Merkmalsinformation fur die 
Flexionsbildung des Verbs. 
(2) Tempus wird nicht der Verbalphrase VP zugeordnet, sondern 
der Satzkonetituenten (und wird in Form eines Tempusmorphems 
am Verb realisiert, wenn dem Satz das ~erkmal IFinit! gegeben 
wird). 
(3) Die syntaktischen Merkmale, die zu einem Tempusmorphem 
ftihren, haben relationalen Charakter; sis sind ale bin~re 
Relationen zwischen bestimmten Indizes aufzufassen, denen 
eine klare semantische Interpretation gegeben werden kann. 
Der eine dieser Indizes wird Ereigniszeitindex e genannt, 
der andere Spreohzeitindex s. Mit Hilfe des s-Indexes l~Bt 
sich die deiktische Verwendung eines Tempusmorphems formu- 
lieren. 
Nach neueren Vorschl~gen wird jeder (zumindest jeder 
nicht-pr~dikativen) NP ein Referenzindex zugeordnet, damit 
die Zul~ssigkeit yon Pronominalisierung, Reflexivierung und 
Relativsatzeinbettung formuliert werden kann (diese Prozesse 
sind zul~ssig oder sogar obligat bei Koreferenz, d.h. bei 
Identit~t yon Referenzindizes). In Entsprechung hierzu nehme 
ich an, dab Jedem Satz der Tiefenstruktur sin Ereigniszeit- 
index zugeordnet wird (ganz unabh~ngig davon, ob dieser Satz 
sparer sin finites Verb enthalten wird, oder reduziert wird 
in Form sines Partizipialattributs, einer Inflnitlvkonstruk- 
tion, einer Nominalbildung, o.~.). Ferner wlrd Jedem obersten 
Satz sines Phrase-Mamkezs (eingeschlossen in die Grenzsymbole 
~) und jedem Satz, der als Verbkomplement eines Verbum 5) 
dlcendi auftritt, eine Anzahl pragmatischer Indizes zugeordnet. 
Dazu gehSren ein Sprechzeitindex, ferner mindestens Indlzle- 
rungen der Personen des Sprechers und des Angesprochenen und 
lokale Indizlerungen. Mithilfe derartlger pragmatisoher Indi- 
zes lassen sich die Prozesse formulieren, die zu den Personmor- 
phsmen oder den Personalpronomen der'1, und 2. Person fRhren, 
zu lokaldeiktischen AusdrGcken wie hierher, dort, komm, zur 
Unterscheidung yon direkter und indlrekter Reds, und ebenfalls 
zu den Tempusmorphemen und den sprechzeltrelativen Adverbialen 
wie neulich, morgen, jetzt, in elner Woche. 
Mit dem folgenden System yon Regeln wird nur sin illustra- 
tiver Ausschnitt aus der Syntaxbeschreibung des Deutschen gege- 
ben; dabel werden zahlreiche Einzelheiten vernachlRssigt, z.B 
alle modalen Satzadverbiale, die indirekten Objekte und die 
Prapositionalobjekte. Ferner werden kelne Transformationsregeln 
formuliert. 
Phrasenstruktur 4) 
Start _ 
(AdVbk)J -- k = kontextrelativ L\[TmpJ ; S 
Advb k --~adv k + S k 
S*--~ NP + VP 
1,P --~ N (s) 
5 
Indexzuordnun~ 
NP ~-~ r 
S" --~ e 
~ 8 ~...~... 
# # 
Subkategorisierung 
~e vor s~ 
J \[~mpl -~ \[e nach S\]~ 
te ~bl s\] J 
Advbs_~;, i:I N'D ~,~J~e v°r s3 ~l 
' (l~ont\]) ' l~e ~ch S~ 
re ~bl s\] 
I{ NPD ~'~e v°r "k~ 
adVk --~ t\[K°nt\]~e ~blk\] .'~ge nach ek~)~ 
Lexikon 
Pr~teritum~ Perfektt gestern~ neulich s 
PrKsens, FuturI, ~, bal____dd 
Pr~sens, jetzt : ~e ~bl s\] 
Plusquamperfekt: \[e vor s\] \[e.vor e k\] 
FuturII : \[e nach s\] ~e vor ek3 
vo_._~r, bevor, vorher 
nach, nachdem, nachher, sparer 
i__nn, um, w~hrend, gleiohzeiti~ 
bisher : ~Kont\] re vor s\] 
Yon nun an : ~Kont~ \[e nach s\] 
his (dahin) : 
selt(dem) = 
vor vier Tagen 
in einer Woche 
vier Ta~e v.or~ bevor~ vorher s 
eine Woche nach/ nachdem/ naohher: 
"Gbl" steht als AbkGrzung 
fGr "Gberlappt", 
"Kont" ale AbkGrzung fGr 
"Kontlnulerllch". 
\[e vor s\] 
Ce nach s\] 
: I e vor e k\] 
s £ e nach ek~ 
: ~ e O.bl ek:J 
\[Kont~ te vor e~ 
\[Kont\] re nach ek\] te vor s\] ' 
: NP D\[e vor s~ 
: NP D re nach s\] 
NP D \[e vor ek~\] 
~e D Ze nach ek~ 
Es ist hinzuzufUgen, dab die Substruktur der Zeitadver- 
biale noch etwas differenzierter formuliert werden muB, um 
ellen empirischen Beobachtungen zu genGgen. Insbesondere ist 
des Merkmal Ee Gbl ek~ noch in mehrere Teilmerkmale aufzuspal- 
ten. - AuBerdem lessen sich mit dem bier wiedergegehenen Regel- 
system noch nicht AusdrGcke wie heute, in diesen Taken einf~h- 
ren, die zwar spreohzeitbezogen sind, aber dennoch mit Allen 
Tempora kompatibel sind. -Das deutsche Perfekt ist erstens als 
Alternante zum PrRteritum aufzufassen, zweitens wird es auch 
wie des englische Perfekt verwendet. Dieser zweite Gebrauoh 
wird mit dem gegebenen Regelsystem nioht erfaBt. - PrRpositio- 
nen, Konjunktionen und Adverbien (z.B. nach, nachdem, nachher) 
werden gemeinsam unter der Konstituenten adv k entwiokelt. Sis 
werden erst dutch naohfolgende Transformationsprozesse, die 
den Status der Ko-Konstituenten S k ver~ndern, voneinander diffe- 
renziert. 
Anm.3) Mit dieser MaBnahme wird z.T. auf VorschlRge yon Ross 
und Sadook zur~ckgegriffen. 
John R. Ross, "On Declarative Sentences". Demn~ohst in 
R. Jaoobs, P. Rosenbaum (eds), Readings in Transformational 
Grammar. 
Jerold M. Sadock, "Hypersentences". Dissertation Univ. of 
Illinois. Urbane 1968. 
4) Es ist mSgllch, elne noch etwas abstraktere Ebene der 
syntaktlschen ReprRsentation zu w~hlen. Auf ihr gibt ee kelne 
Konstituentenkategorie Advb, vielmehr wird bei ¥orliegen einer 
bestimmten Geometric des Phrase-Markers sine in ibm enthaltene 
VP ale Advb interpretiert. Der Ausgangs-Phrase-Marker bet dann 
die Struktur ~RO - S#N P -~ -LPRO - S~Np3VpJs . 
In ibm werden gleiohzeitig beide PRO-Elemente und die dar~ber- 
stehenden NP-Knoten getilgt. Die Knoten des Transforms lassen 
sich entsprechend der bier gewRhlten Notation umbenennenz 
V~ adv, VP~ Advb, so da~ man L'-S' - ~adv - SJ 
erh~It. ~Advb S 
~. Des semantische System. 
~t~r die semantisohe Sprachbeschreibung wird ein normalee 
pr~di~tenlogieches System zugrundegelegt, mit der folgenden 
deskriptiven Erweit erung: 
Es wird eine Menge Ton Variablen t ~ber Zeitintervallen z und 
eine primitive binRre Ordnungsrelation "vor" eingeftihrt. 
Die Menge aller Zeitintervalle sei Z. 
Die primitive Aussage "t 1 vor t~" besagt: wenn tldurch eine 
Konstante z 1 ersetzt wird und t 2 dutch sine Konstante z2, 
dann geht z 1 ganz z 2 voraus. 
(Allgemein gilt : verschiedene Variablen kSnnen nur durch ver- 
schiedene Konstanten, gleiche Variable m~ssen durch ein und die- 
selbe Konstante ereetzt werden.) 
Die Eigenschaften yon "vor,' werden axiomatisch festgelegt. 
Ax I. Aeymmetrie yon vor. 
t I vor t 2 ~t 2 vor t 1 
Ax 2. Transitivit~t yon vor. 
t I vor t 2 ^ t 2 vor t 3 ~ t I vor t 3 
Abgeleitete Relationen sind "nach" und "~bl". 
Defl. t I nach t 2 =dr t 2 vor t I 
Def2o t I ~bl t 2 -df ~ tlvor t 2A ~t2vor t 1 
Ax 3. Nichtverzweigung bzw. Linearit~t yon Z. 
( <tl,t2> ) ( tlvor t 2 v t1~oh t 2 v tlGbl t2) 
Aus Axl und Ax2 folgt die Nichtzyklizlt~t yon Z im Endlichen. 
Weiter lassen sich "teil" und "morn" (ftir Moment) definieren. 
DefS. tlteil t 2 =df (t) ( t Gbl t I ~ t Gbl t2) 
Def4. morn t I =df (t) ( t tell t I D t I teil t ) 
Ein Spezialfall der 8berlappung ist die Gleichzeitigkeit(-"glz") 
DefS. t I glz t 2 =dr tlUbl t 2 A (t) ( t teil tin t tell t2) 
Jede Variable t l~St sich als mSgliches Argument einer 
pradikatenlogischen Formel verstehen. Formeln mit bie auf t 
konetanten Argumenten sind in der gewShnliohen Pradikatenlogik 
Satze ( bzw. Propositionen P ), sie repr~sentieren, sofern eie 
die Wahrheltsbedingungen erfG11en, Variable V Gber mSgliche Ereig- 
niese ; bei Ersetzung yon t duroh eine Konstante z repr~sentie- 
ten sie mSgllche Ereignlsse E. (Erelgnisse brauchen durchaus 
nicht nur Saehverhalte zu sein, sie kSnnen auch fiktiv gedacht 
werden.) Mithilfe der Ordnungsrelation "vor" kann man zugleich 
much eine Ordnung der Varlablen Gber mSgliche Ereignlsse errei- 
chert : 
Ax 4- E Pl(...,tl,...) A E P2(...,t2,...) tlvor t 2 
A wahr P1 ~ wahr P2 ~ V 1 vor V 2 
FGr d&s Zeitsyetem lassen sich mithilfe d er Menge der 
reellen Zahlen R mehrere extensionale Modelle angeben. 
(I) Zeitintervalle werden ale Elemente der Potenzmenge P(R) 
repr~eentiert, und zwar kommen alle zusammenhangende Teilmengen 
yon R infrage. 
(2) Zeitintervalle werden als reelle Zahlen x mit Umgebungen 
U (x) reprKsentiert. (F~r die Umgebungen sollen die Hausdorff- 
schen Axiome gelten.) 
(3) Approxlmatlv werden alle Zeitintervalle, die Momente sinA, 
ale Zeitpunkte aufgefaBt. Dann sind alle nioht-momentanen Zeit- 
intervalle als Intervalle yon Zeitpunkten zu verstehen; sie 
lassen sich wle im Modell I durch Zahlenintervalle, d.h. dutch 
zusammenh~ngende Teilmengen yon R reprKsentieren. 
Theoretisch macht das Modell 3 die geringsten Schwlerig- 
keiten. Doch mu8, tun die VerhRltnlsse in den nat~rlichen Spra- 
chen ad~quat zu beschreiben, auch Modell I oder Modell 2 heran- 
gezogen werden. Dabei scheint Modell 2 die grSSeren Vorteile 
zu bieten: 
(I) Ausdr~cke wie jetzt oder heute beschreiben Umgebungen der 
Sprechzeit, die - je nach Kontext - klein oder gro8 sein kSn- 
nen: ich bin ~etzt m~de vs. es ist ~etzt Sommer vs. 
wir leben ~etzt in elner Zwischeneiszeit. 
(2) Ausdr~cken wie glelchvs, bal.___dd, v0rhi______~nvs, neulich kann 
keine prRzise Bedeutung gegeben werden. Auch die sie unter- 
scheidende Distanz yon der Sprechzeit kann nur rage, d.h. als 
Abstand zwischen zwei Umgebungen angegeben werden. 
(3) Selbst Aussagen, die Ausdr~cke des 5ffentlichen Zeit- 
systems verwenden, haben nicht immer pr~zise Bedeutung, sle 
k~nnen aber pr~zislert werden: 
das Ungl~ck passierte um 9 Uhr --> das Ungl~ck passierte 
genau um 9 Uhr 
vor 3 Jahren wurde meine Tochter geboren 
---~ vor 3 Jahren, 4 Tagen und 2 Stunden wurde meine 
Tochter geboren. 
(4) Mithilfe von Quantoren wie immer, stets wird eine 
Vergr8berung der Topologie errelcht, aber nur selten eine 
grSbste Topologie, d.h. die GGltigkeit der Aussage wird 
meistens nur fGr alle Zeiten innerhalb einer gr~Beren Um- 
gebung festgelegt, aber nicht fur alle Zelten Gberhaup~: z.B. 
du blst immer so nervSs. 
Unter den Variablen warden folgende Variablen ausgezeich- 
net: t e Gber Ereigniszeitintervalle 
T e Gber Mengen yon Ereigniszeltintervallen 
t Gber Sprechzeitintervalle e 
Zur ~ersetzung aue der syntaktiechen Sprachbeechreibung 
in die semantische Sprachbeschreibung dienen die Referenzindl- 
see e und s und die zwischen ihnen etablierten Merkmalsrelatio- 
nan. 
~bersetzungere~eln 
1. (a) Ereetze jeden Index e durch sine Variable t oder T . 
• e 
(b) Ersetze jeden Index s durch eine Variable t . s 
(c) Ersetze dabei gleiche Indizes duroh dieselbe Variable 
und verschiedene Indizes durch vereehiedene Variablen. 
2. (a) Ersetze jedes Merkmal Ee tel s\] durch eine Menge yon 
Paaren ~Te, ts>~ mit der Bedin~lug (~ t)(t ~ Te^ 
t re1 ts) 
(b) Ersetze jedes Merkmal Ce re1 ek~ dutch eine Msnge yon 
Paaren ~e' tek>~ mit der Bedingung 
(E t)(t ~ Te~t rel tek ) 
(c) Ersetze jede Merkmalkombination \[Kont~ \[e rel sJ dureh 
eine Menge yon Paaren ~Te' ts> ~ mit der Beding~mg 
(t)(t rel t s D t~ Te) 
(d) Ersetze jeds Merkmalkombination \[Kont\]~e tel ekJ dutch 
eine Menge yon Patten (~e' tek>~ mit der Bedingung 
(t)(t tel tek D t£Te) 
rel - vor, nach, Ubl 
In (o) und (d) ist t evtl° auf sine ~TSBere Umgebung U(ts) 
bzw° U(tek ) einzuschr~nken. 
Bei einer Anzahl yon Zeitadverbialen wie vor 4 Tagen, 
morgen, neulich, usv. ist die variable Menge T , aus der die 
-- e.. Erei6~niszeiten gev~hit werden kSnnen, einzuschranken. 
Z.B° gilt f~ir morKen s T e - Tagi+l, wenn t s ~ Tagi, 
und ,,Ta6 ~ let entveder rage durch die normalen Wachperioden 
sines Sprechers oder pr~zise dutch das Uhrensystem definiert. 
4o AnwendungsmSgllchkelten° 
Das in den Absohnitten 2 und 3 erl~uterte System der Zeit- 
ausdr~cke und Zeltreferenzen ist gegenw~rtig noch nicht gen~- 
gend entwickelt worden, umbereits praktische Anwendungen zu 
ermSglichen. Deshalb kann ich nut skizzieren, in welcher Rich- 
tung Anwendungen mSglich erecheinen bzw. geplant sind. 
4.1. Zeitalgorithmus. 
Die Hauptauf~be wird darin bestehen, einen Algorlthmus 
zu entwickeln, der die einem Text inh~rente Zeitstruktur auf- 
finden kann, d.h. die zeitlichen Beziehungen zwischen den in 
den einzelnen Teilen des Textes beschriebenenSachverhalten. 
Dieser AlgorithmusmuB an den mSglichen Oberfl~chenstrukturen 
yon S~tzen orientiert sein; er muS sie zur~ckf~hren auf ent- 
sprechende Tiefenstrukturen. Allerdings let keine vollst~ndige 
Rekonstruktion der Tiefenstrukturen notvendig, es gen~gt sine 
partielle Rekonstruktion, n~mlich des zugrundeliegenden Systems 
yon Ereigniszeitindizes, damit die Abbildung einer Textsequenz 
auf die ausgedr~ckten Ereignissequenzen mSglich wird. 
10 
(1) Allen Ausdr~cken, die - ~Tob gesagt - auf Aktionen, Prozee- 
se, oder Zust~nde verweisen, und daher tiefenstrukturell Satz- 
status haben, werden Referenzindizes zugeordnet : primer allen 
flniten Verbkonstruktionen, ferner den Partizipial- und Infini- 
tivkonetruktionen und den Nomina actionis, die als Nominall- 
sierung yon zugrundeliegenden S~tzen verstanden werden kSnnen, 
auSerdem allen Uhrzeit- und Datumsangaben. 
(2) Die Relationen zwischen den Referenzindizes werden bestimmt. 
Darer sind zu analysieren 
- die Satzsequenz des gegebenen Textes, 
- alle Tempussequenzen (z.B. Pr~teritum-P1usquamperfekt), 
- die Abh~ngigkeitsverh~itnisse zwischen eingebetteten S~tzen 
und den Verben der dominierenden S~tze, 
- alle vorkommenden zeitadverbialen Ausdr~cke (Adverbien, 
Konjunktionen, Pr~positionen), 
- die Ausdr~cke mit impliziter Zeitreferenz (z.B. Kausalkon- 
~unktionen). 
(~) Die Referenzindizes und die Relationen zwischen Referenz- 
indizes werden in eine semantische ReprRsentation ~bersetzt. 
Bei Vorkommen yon Ausdr~cken, die explizit auf externe Zeit- 
skalen referieren (Uhrzeit- und Datumsangaben), werden die 
Variablen ~ber Zeitintervalle ersetzt dutch die entsprechenden 
Zeitkonstanten. 
F~r die Konstruktion sines derartigen Algorithmus m~ssen 
zun~chst noch verschiedene Voraussetzungen erf~llt sein : 
(I) Es mu~ sine vollst~ndige Liste aller zeitreferierenden Aus- 
dr~cke, zusammen mit ihren syntaktischen Umgebungen bzw° ihrem 
syntaktischen Verhalten, aufgestellt werden. Wenn nur die am 
h~ufigsten vorkommenden Ausdr~cke in der Liste verzeichnet wer. 
den sollen~ mu~ eine mechanische Sichtung yon Textproben vor~ 
genommen werden. 
(2) Es mu~ sin Teilalgorithmus entwickelt werden, der die Kom- 
patibilit~t von Zeitausdr~oken pr~ft, z.B. die Kompatibilit~t 
yon Tempusformen mit bsstimmten Klassen yon Zeitadverbien. Der 
PrGfalgorithmus operiert Gber die semantischen Repr~sentationen 
der AusdrGcke, z.B. mithilfe Durchschnlttsbildungen. Bei leeren 
Durchschnitten besteht Nichtkompatibilit~t. 
(J) deben der zeitreferentiellen Struktur yon Texten muB - 
wenigstens teilweise - die koreferentielle Struktur yon Nomi- 
nalphrasen NP einbezogen werden; vor allem mGssen identische 
NP markiert und die Form yon Artikeln und pronominalen Aus- 
drGcken untersucht werden. Erst im Vergleich der zeitreferen- 
tiellen Struktur eines Textes mit seiner nominalen Verweisungs- 
struktur kann festgestellt wsrden, ob in dem untersuchten Text 
verschiedene voneinander unabh~ngige Prozesse oder nur Teil- 
prozesse eines einzigen Prozesses dargestellt werden. 
11 
4.2. Basisstrukturen. 
~r die Klassifizierung (und damit auch sine ~bersicht- 
liche Representation) yon zeitrefersntiellen Beziehungen in 
Texten ist es n~tzlich, die mSglichen Grundstrukturen zu unter- 
suchen. Grunds~tzlioh wlrd angenommen, dab in Texten Sequen- 
zen yon Ereignissen oder yon Teilprozessen E (bzw. Variable 
~ber Ereignissequenzen) dargestellt werden. (Auch statlon~re 
Zust~nde werden ale Teilprozesse veretanden. ) Alle Sequenzen 
sind hinsichtlich der Zeitvariablen geordnet, d.h. mit der 
Sequenz (El, E2, ES,..., En_1, En,...) sind zugleich die 
Relationen tlvor t 2 , t2vor t 3 ,..., tn_iVor t n ,... gegeben. 
Folgende Ereignlssequenzen slnd mSglich 
- line•re Sequenzen a) einfache Sequenzen (E 1, E2, ..., En,...) 
b) parallele Sequenzen - . --~;EI~ fE2~ i~n} 
- sich schneidende Sequenzen 
a) divergente Sequenzen fE~ } f:~t 
(El' E ' ........ ) 
Jede dleser Sequenztypen ist in versohiedener Weise verbalisier- 
bar, bzw. einer Folge yon S~tzen zuzuordnen. (Das Ereignis E~, 
wird in einem Satz S. verbalisiert. DaB einzelne der S~tze 
auoh ale eingebettet~ S~tze bzw. als Nebens~tze erscheinen kSn- 
nen, wird hier vernachlassigt. ) 
- einfache Ereigniesequenzen : 
~S Progression 81~ $2~ " "" n 
Regression Snr~Sn_1 r~ ... ~S I 
Regression + Progression Sn~ S I s2r~ • Sn_ 1 S n) 
-parallele Ereignlssequenzen • • r~ S" 
$2 ~ $2 ~" r~Sn n $1 r~ 31 .. 
... ~S n S~ z-~ •/~ $1 r~ s2r~ r~ $2 ...r~Sn 
U.BW. - sich schneidende Ereignissequenzen ( der Einfachheit halber 
wird n-2 geeetzt) 
divergente : S 1 ~ S 2 r~ S~ 
82~ S~ ~ S I 
32~ Slf'~ S~ 
12 
konvergente : S 1 ~ S~ ~ $2 
$2~ S 1 ~ S~ 
$1A S2~ S~ 
USWo 
Zur Illustration der Verbalislerung yon slch schneiden- 
den Ereignissequenzen mSgen z.B. folgende Satzfolgen dienen: 
Hans und Fritz trafen sich am Theater. ~ Nachher spielte Hans 
FuBball und Fritz lernte Latein. 
Hans spielte FuBball. ~ Fritz lernte Latein. ~ Vorher hatten sle 
sich am Theater getroffen. 
Hans spielte FuBball. ~Vorher hatte er Fritz, der spRter Lateln 
lernte, am Theater getroffen. 
Hans spielte Fu~ball. ~ Fritz lernte Lateln. ~ Nachher trafen sie 
sich am Theater. 
Hans und Fritz trafen sich am Theater. ~ Vorher hatte Hans FuB- 
ball gesplelt, wRhrend Fritz Lat~in lernte. 
Hans spielte FuBball. ~ Nachher traf er am Theater Fritz, der 
Lateln gelernt hatte. 
Nach dlesen Vorbereitungen IRBt sich allgemein die Zelt- 
struktur eines Textes aus m 3~tzen als geordnetes Quadrupel 
~UTV, EOR, Id, R~U T einfiihren , mit 
V fGr unmittelbaren TextvorgRnger 
EOR fGr Ereignisordnungsrelation 
Id ftir IdentitRtsrelation 
R fGr Abbildung aus der Menge der SKtze 
in die Menge der Ereignisse 
und den Bedingungen 
UTV C strikte Ordnung 
EOR C Ordnung 
Kardinalzahl yon EOR - n 
Id C EOR 
Feld(R) - Feld(UTV) U Feld(EOR) 
Vorbereich(R) ~ Feld(UTV) . 
Wenn innerhalb des Textes nicht auf andere SRtze derselben 
Struktur bezuggenommen warden soll, sind Feld(UTV) und 
Feld(EOR) distinkt. 
13 
~.~. Anwendungsgeblete. 
Ich sehe die folgenden Gebiete, auf den eine mechanische 
Gewinnung, Speicherung oder Verbalisierung yon Zeitstrukturen 
Vorteile verspricht. 
(I) Textaufbereitung fGr Information Retrieval. 
Charakterisierung yon Texten, Berichten usw. nach den zugrunde- 
liegenden Beziehungen zwischen Satzsequenzen und ausgedrGckten 
Ereignissequenzen. Diese Charakterisierung kann mithilfe der 
in 4.2 angedeuteten Basisstrukturen erfolgen. 
(2) Auswertung yon psycho- und soziolinguistischen Experimen@en. 
Ein solches Experiment kann darin bestehen, dab der Versuchs- 
leiter verschiedene Texte vorliest, die dieselben Ereignisse- 
quenzen ausdrGcken, sich aber hinsichtlich der verbalen Orga- 
nisierung unterscheiden. Die Versuchspersonen werden jeweils 
angehalten, den Inhalt sines vorgelesenen Textes frei wiederzu- 
geben. Aus den Fehlern oder Umstellungen bei der Textwieder- 
gabe kann auf psychologische Mechanismen der Textwahrnehmung 
und des Texterinnerns geschlossen werden, wie auch auf evtl. 
schichtenspezifische Unterschiede in der Ausbildung dieser 
Mechanismen. 
(3) Rekonstruktion und Speicherung yon historischen oder ande- 
ten zurGckliegenden EreigniszusammenhRngen in Form yon Zeit- 
flu~diagrammen. Die zu analysierenden Texte slnd z.B. histo- 
rische Dokumente oder sind Zeugenaussagen in einem juristi- 
schen Proze~.Anhand yon ZeitfluBdiagrammen kann leicht die 
Konsistenz der historischen Daten oder der Zeugenaussagen ge- 
prGft werden. 
14 
